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Dr. Anthea R. Bischof

»Wenn alles Erkennen nur Erinnerung wäre?«

Das verborgene Schattenreich der Seele

Das Unbewusste ist ein tiefer dunkler Teich. Mit dem Verstand lässt sich das verborgene Schattenreich der Seele kaum ergründen. Doch die Impulse aus dem Innersten sind vielfältig und teils heftig. Wir reagieren hilflos darauf, weil wir uns zutiefst angesprochen fühlen – ohne zu wissen weshalb. Doch obgleich uns der unbewusste Teil unserer selbst unbekannt erscheint, so ist er doch vertraut. (2) Er ist die Sammlung all unserer Erfahrungen, die unser Wissen, unser Denken, unsere Gefühle für die Umgebung uns selbst unser Handeln prägen. Unsere Vorurteile, unsere Befürchtungen – sie alle entstammen dem Unbewussten. (3) Doch woraus ist es gemacht?

Selbstredend prägt unser Leben, wie wir es überblicken, unsere Interaktion mit der Welt. Unsere Kindheitserfahrungen, unsere Sozialisation, sie alle wirken sich darauf aus, wie wir uns unseren täglichen Herausforderungen stellen. Woher aber kommen diese Prägungen? Woher kommen die Unterschiede in der Wahrnehmung ein und derselben Situation?

Diese Subjektivität ist aus den Erfahrungen im Mutterleib und der Geburt nicht erklärbar. Der Weg eines Menschen in die irdische Welt ist nicht aus seiner Erfahrung im Kreissaal erklärbar. (4) Zwar sind viele Forschungszweige darum verlegen, diese Tatsache zu erklären, doch aus der Welt schweigen lässt sie sich nicht.

Gehen wir aber weiter: Es bestehen nicht nur zwischen Menschen relevante Unterschiede. Auch in der Art, wie wir  anderen Menschen begegnen, unterscheiden wir uns. Eine Person zieht uns unerklärlich an während eine andere zuwider ist. Viele Menschen beschreiben gar "Liebe auf den ersten Blick". Phänomene wie schlagartige Vertrautheit, nach kurzer Zeit das starke Gefühl, jemanden schon so lange zu kennen, lassen sich nicht über Hormone erklären. Denn Hormone, die das biologische Leben prägen, regen uns zu einem immer ähnlichen Verhalten an. Ihr Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen macht uns gleich. Woher aber kommen die Unterschiede?


Forschung nach den vergangenen Leben

Eine Herangehensweise in das tiefere, intimere Verständnis des menschlichen Lebens ist die Forschung nach den vergangenen Leben. (5) Die Reinkarnationsforschung enthüllt Lebenspläne, die weiter reichen als die Erfolgserlebnisse wie Lohnerhöhung und Eigenheim. Sie eröffnet den Blick in die Bedürfnisse der Seele, die aus dem Unbewussten strukturgebend für unser Leben sind. Der Blick in den gegangenen Weg enthüllt zum Beispiel, warum gewisse Strukturen hingenommen werden. Weshalb unangenehme Situationen akzeptiert werden. Obgleich es einen Ausweg gäbe. Doch noch viel mehr gibt es Entschuldigungen, in einer schier unerträglichen Situation zu bleiben.


Karma - ein vielfach falsch verwendetes Wort

Das wirft die Frage nach dem Karma auf. Karma, dieses vielfach falsch verwendete Wort, bezeichnet die Gesetze, nach denen wir unser Leben bauen. (6) Die Konsequenz aus unseren früheren Handlungen prägt die Verhältnisse, in denen wir uns heute wieder finden. Unsere Herkunft, unsere materielle Situation, unsere Beziehungen zu anderen Menschen, unsere Arbeitsverhältnisse. All das ist das Erbe, mit dem wir antreten. Denn wenn wir diese Welt betreten, sind wir kein leeres Blatt Papier, auf das sich das Leben schreibt. Das waren wir nie, (7) denn schon zu Beginn unseres Seins, in den Uranfängen, als sich der erste Keim unseres Bewusstseins bildete,  waren wir unterschiedlich. Wir gleichen uns, wir haben Ähnlichkeiten. Doch in wie viel mehr sind wir doch verschieden.

Deshalb gilt es, das Erbe unseres Karmas zu nutzen. Wir haben unsere Anlagen, die uns nach einer gewissen Richtung leiten: unsere Talente, unsere Beziehungen, all das prägt unsere Ausbildung, unsere Begegnungen bis hin zu dem Ort an dem wir wohnen oder welche Familienbeziehungen wir aufbauen.


Zwei unterschiedliche Arten, mit unserem Karma umzugehen

Nun gibt es zwei unterschiedliche Arten mit unserem Karma umzugehen: Wir können annehmen, was wir als Erbe erhalten haben, uns gemäss unseren Anlagen einsetzen und tun, was auf unserem Weg liegt. Oder wir gehen gewissermassen gegen unser Karma an. Wir lehnen uns gegen das uns prägende Gesetz auf und suchen neue Wege. Wir nehmen nicht hin, sondern wir suchen unsere Freiheit von unserem Karma. Beides hat seine Berechtigung und kommt kaum je astrein vor: Von einer Situation zur anderen entscheiden wir uns für die eine oder die andere Herangehensweise.

Wenn sich das Leben bequem zeigt, haben wir wenig Veranlassung, dagegen anzugehen. Fühlen wir aber gegenüber einem Umstand starkes Unbehagen, so wollen und sollen wir etwas unternehmen.

Dazu gehört, im Hier und Jetzt am eigenen Charakter zu arbeiten oder das Verhalten gegenüber anderen Menschen zu verändern. Doch vielfach reicht das nicht aus.

In einer erdrückenden Situation ist es hilfreich, der Sache auf den Grund zu gehen: Was für eine Verstrickung liegt zwischen mir und meinen Gegenüber? Welche Schwierigkeiten liegen unter den heutigen verborgen? Welches Karma hat sich zwischen zwei Menschen aufgebaut? Wie lässt sich die Situation auflösen?

Denn Karma muss nicht ausgehalten werden, es lässt sich auflösen. Wir müssen der losen Kanonenkugel auf hoher See nicht hilflos ausweichen: wir können sie auch ergreifen und aufräumen. Durch mutigen persönlichen Einsatz können wir dahin gelangen, unsere Schwierigkeiten bei der Wurzel zu erkennen und durch die Erkenntnis Versöhnung herbeiführen.


Das Karma meistern

Konkret hat eine schwierige Beziehung meist eine lange Vorgeschichte. Verletzungen und Missmut liegen auf beiden Seiten. Um aber frei auf neue Situationen zugehen zu können, muss die alte Verstrickung aufgelöst werden. Das kann über die natürlichen Schleifprozesse des Lebens geschehen: Rückschläge, Trauer oder Liebeskummer sind emotionale Mühlen, die uns über die Zeit prägen.

Doch der Nachteil des passiven Umgangs mit dem eigenen Karma ist, dass die negativen Gefühle unsere Fortentwicklung hemmen. Die erlebten Rückschläge und Enttäuschungen halten uns davon ab, neue Erfahrungen zu suchen. Wir verlangsamen ohne Notwendigkeit unseren Schritt.

Gehen wir aber auf unser Karma zu und wagen es, unsere Lebensgesetze zu erkennen, so erkennen wir auch, dass wir nicht unschuldig sind. Wir haben voll und ganz geschaffen, worin wir uns befinden. Denn unser Schicksal sind wir. Nur dass wir es vergessen haben.

Es soll nicht der Sinn sein, uns schlechter zu machen als wir sind. Doch die Erkenntnis, nicht schuldlos zu sein, ermächtigt uns. Wir können eine Sache besser angehen, wenn wir unseren Anteil daran sehen. Wir kommen aus dem duldenden Abgeschliffen-werden heraus. Wir übernehmen Verantwortung.

Die Konsequenz, die wir daraus ziehen, lässt uns Abstand zu einer vielleicht erdrückenden Situation finden. Wir erkennen, dass wir aktiv in unser Lebensgesetz eingreifen können. Wir können uns emanzipieren vom Hinnehmen des Lebens wie es ist.

Dazu gehört Mut zu sich selbst und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten. Doch ebenso bringt es die Schubkraft mit sich, das eigene Leben stärker selbst zu formen. Denn als Menschen sind wir schöpferisch. Unsere Ideen verklingen nicht ungehört im Universum, sie werden über die Zeit zur Wirklichkeit. Denn unser Blick auf das Leben heute prägt die Welt von morgen. Diese Kraft soll nicht ungenutzt vergehen, nur weil wir unseren Weg ins Heute und Jetzt vergessen haben.

Zitate und Anmerkungen

1 Titel-Zitat: PLATON, Menon, 81 d.
2 JUNG, Carl Gustav, “Persönliches und Überpersönliches Unbewusstes“ in Zwei Schriften über Analytische
Psychologie, Gesammelte Werke VII S. 85.
3 PLATON, Menon, 81 b.
4 JUNG, Carl Gustav, “Persönliches und Überpersönliches Unbewusstes“ in Zwei Schriften über Analytische
Psychologie, Gesammelte Werke VII S. 74.

5 PLATON, Menon, 81 a-c. Priester und Dichter behaupten, „die Seele des Menschen sei unsterblich; sie beendige zwar ihr Dasein, was man ‚sterben‘ nenne, erstehe aber immer wieder; zugrunde gehe sie nie. [...]
Da die Seele also unsterblich ist und immer wieder ersteht, und da sie alles gesehen hat, was hier und im Hades [der Toten- oder Gegenwelt] ist, so gibt es auch nichts, was sie nicht kennt.“
6 STEINER, Rudolf, Die Offenbarungen des Karma, S. 3-7: „Wenn man Karma das ‚geistige Ursachengesetz‘ nennt. [...] Das heisst, es muss zwischen der Ursache und der Wirkung etwas liegen, was sich dem Wesen bei der Herbeiführung der Ursache unmittelbar entzieht, so dass der Zusammenhang von Ursache und Wirkung zwar vorhanden ist, aber nicht eigentlich von dem Wesen selber beabsichtigt ist. [...] Das gehört also noch zum Karma dazu, dass der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ein gesetzmässiger ist, der hinübergeht über das, was das Wesen unmittelbar beabsichtigt.“ (1. Vortrag)
7 JUNG, Carl Gustav, Symbole und Traumdeutung, S. 80.




Autor des Artikels und inhaltlich verantwortlich:
Dr. Anthea R. Bischof

Datum des Eintrags: 09.01.12  

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